KUBORAUM

Was könnte schöner sein, als im persönlichen Gespräch mit führenden kreativen Köpfen der Optikbranche deren individuellen Ansatz und Schaffensprozess aus erster Hand kennenzulernen? In dieser Ausgabe von EYEWEAR sprechen wir mit Sergio Eusebi, Mitbegründer sowie Brand and Marketing Manager der innovativen Marke Kuboraum.

Hi Sergio!
 Mit welchen drei Schlagworten würdest Du Eure Brillen emotional beschreiben?
Staunen, authentisches Gefühl, Evolution.

Erläutere doch bitte kurz, woher der Name „Kuboraum“ kommt und was er bedeutet.
Kuboraum ist eine Verschmelzung der deutschen Worte „Kubus“ und „Raum“. Unserem Mitbegründer Livio [Graziottin] gefiel die Idee, ein Projekt zu schaffen, das genau, solide, viereckig ist. Wie ein Stück Architektur. Daher „Kubo“. Und ich mag den Gedanken, dass die Marke für Livio ein Lautsprecher ist, sein eigener Klangkörper! Daher „Raum“. Und so wurde in dem Raum unseres Berliner Studios das Kuboraum Projekt geboren. Jede „Maske“, wie wir unsere Brillen nennen, ist für den Träger ein eigener „kubischer Raum“. Seine eigene intime Räumlichkeit, in der er Zuflucht finden und alle seine Persönlichkeiten im „Spiel der Masken“ ausleben kann.

Das ist ein sehr abgehobener, kreativer Blickwinkel auf die Brillenbranche – ein Spiel der Masken. Was sind denn allgemein Eure Inspirationsquellen?
Livio hat die ganze Welt bereist und Kulturen, Stämme und Künstler kennengelernt. In seiner Arbeit findet man die alte traditionelle Handwerkskunst in Verbindung mit einer Ästhetik, die irgendwo zwischen der Antike und der Zukunft liegt. Etwas, das man noch nie gesehen hat! Ich selbst habe Anthropologie studiert. Die Unterschiede zwischen den Kulturen sind meine Leidenschaft und die Arbeit mit Livio, das freie Ausleben unserer Kreativität, sind meine wichtigste Inspiration.

Was ist der schwierigste Teil am Design von Brillen?
Ich denke, wenn jemand es schwierig findet sollte er besser etwas anderes machen. Livio arbeitet sehr frei und wenn man ihm bei seinem kreativen Schaffen zuschaut – dann ist alles leicht, natürlich und voller Emotionen.

Welcher Designer hat einen bleibenden Eindruck bei Dir hinterlassen?
Livio Graziottin.

Eure Produkte werden in Italien hergestellt und in Berlin erträumt. Wo fühlt sich Dein Herz zuhause?
Nicht in Italien, nicht in Deutschland… Nur in Berlin.

Was hat Euch auf Berlin als Standort für Kuboraum gebracht?
Uns beide hat die Stadt angezogen, da sie immer noch eine Insel ist. Es ist nicht Deutschland, nicht Europa… Man hat endlos Platz, ein Gefühl von Freiheit. Alle Leute sind verschieden und unterdrücken nicht die Andersartigkeit. Man feiert die Unterschiede zwischen den Menschen, denn durch sie können wir uns selbst besser kennenlernen. Berlin ist ein Ort mit mehr Bewusstsein.

Mit welchem Wort würdest Du die Träger von Kuboraum beschreiben?
Bereit.

Wodurch hebt sich Kuboraum von anderen Brillenherstellern ab?
Livio war schon immer ein Avantgardist, also gehen wir in der Herstellung unseren völlig eigenen Weg und schauen nicht, wie es früher gemacht wurde. In den drei Jahren seit unserer Gründung haben wir sehr viele neue Herstellungsprozesse entwickelt, die es so noch nie gab und die fester Teil unserer Identität geworden sind. Teil unserer DNA. Etwa im Rahmen der Burnt Kollektion, oder die Stickarbeiten bei der Evening Kollektion oder wie wir bei unseren Masken Silber und Gold einsetzen. Identität und Design sind vom Konzept her grundlegend anders: Wir machen keine Brillen, wir machen Masken. Unsere Sprache ist enger mit der Sprache der Kunst verbunden, als mit der Optikbranche.

Welche Deiner bisherigen Kreationen sind Deine Lieblingsstücke?
Die neuen Modelle X6 und M6. Und ich liebe unsere gesamte Silver Burnt Kollektion, denn hier kommt das Konzept der Masken vollständig zur Geltung, ebenso wie Livios Sprache.

Was würdest Du machen, sofern Du kein Designer wärest?
Ich würde ein Buch schreiben.

Wo siehst Du Kuboraum in der Zukunft?
Wir reisen, um unsere eigene Geografie kennenzulernen.

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