INSPIRED BY NATURE

SALT. designs by David Rose

SALT. nimmt unter den hochwertigen Independent Labels eine besondere Stellung ein. Zum einen sind die Brillen bei den besten Boutique-Optikern erhältlich, auf der anderen Seite positioniert sich das Label aus Costa Mesa bewusst naturverbunden: „fashionable, but not in a flashy way“, so beschreibt Designer David Rose die anspruchsvolle Gratwanderung zwischen Mode und Reduziertheit. Auch wenn die Kalifornier sich gerne in einem kosmopolitischen Umfeld sehen, ihre Basics und vor allem ihre Inspiration für das Brillendesign bezieht SALT. immer aus der Natur. Dies mag auch daran liegen, dass David Rose sich von jeher der Natur sehr verbunden fühlt. So ist es auch nur naheliegend, dass er von seinen häufigen Outdoor-Exkursionen immer mit vielen Designideen zurückkommt. Angesichts Davids persönlicher Vita, ist dies kaum überraschend, immerhin war sein Weg zum Designer sehr ungewöhnlich. Auf der Suche nach Antworten begleiten wir den Autodidakt für das SPECTR Interview und Shooting dorthin, wo er sich nahe des Firmensitzes seine tägliche Dosis Inspiration abholt. David bietet tiefe Einblicke in seine persönliche Attitude und den ganz besonderen Designansatz von SALT.
Interview: Stefan Dongus | Photos: Marie Schmidt | Stills: Raphael Schmitz
DAVID ROSE
DAVID ROSE

ABOUT DAVID ROSE

Name: David Rose
Age: 47
Born in: Kalifornien
Professional Education: High School
Worked for: Optical Shop of Aspen (OSA) & Oliver Peoples
Designer since: 2006
Passion: Outdoor
Sports: Surfen, Laufen, Fahrradfahren, Angeln

ABOUT SALT.

SALT. is an acronym for Sea, Air, Land & Timeless. True to its name, the California eyewear label draws inspiration from the effortless beauty of nature that is an endless source of shapes, details, and colorways for new designs. Read more about the brand here.

CREDITS

Photos: Marie Schmidt

Stills: Raphael Schmitz

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Schön, dass wir Dich begleiten dürfen David. Ein paar Hardfacts bitte.
Ich bin in Südkalifornien geboren und aufgewachsen. Zurzeit lebe ich in Costa Mesa, Kalifornien.

Unter den Brillendesignern nimmst Du eine besondere Stellung ein. Was ist so außergewöhnlich daran?
Ich habe 1998 beim Optical Shop of Aspen angefangen und im Lager Brillenbestellungen kommissioniert. Außer meiner langjährigen Leidenschaft für Brillen hatte ich keinerlei berufliche Vorkenntnisse. Ich habe heute sogar noch meine allererste Ski-Sonnenbrille, die ich mit zehn Jahren gekauft habe. Im Jahr 2002 kam ich zu Oliver Peoples und war für die Produktion aller Marken verantwortlich, darunter Oliver Peoples, Paul Smith, und Mosley Tribes. Mein Job war sehr vielseitig. Unter anderem sammelte ich Feedback von unserem Designer und leitete dieses an unsere Lieferanten weiter. Mein Interesse am Brillendesign wurde immer größer und ich saugte alles auf wie ein Schwamm. Ich habe zwar keine eigenen Designs für Oliver Peoples erstellt, habe jedoch wertvolle Lektionen in Sachen Herstellung und Design-Prozess mitgenommen. Meine ersten eigenen Designs machte ich für SALT. im Jahr 2006.

Was war Deine Motivation, zu SALT. zu gehen?
Oliver Peoples wurde 2005 von Oakley gekauft, was sehr viele Veränderungen mit sich brachte. Einige Leute, mit denen ich jahrelang ein respektvolles Arbeitsverhältnis hatte, verließen die Firma und die Dynamik änderte sich entsprechend. Für mich war es Zeit für etwas Neues. Zu dieser Zeit sprach ich mit meinem Freund Ron Smith. Er war früher bei Mosley Tribes und arbeitet gerade als Berater für SALT.. Wir kamen auf das Thema Design zu sprechen und er fragte mich direkt, ob ich als Designer für SALT. arbeiten wollte. Wir vereinbarten ein Treffen mit dem Team und sie boten mir die Stelle an. Ich sagte natürlich sofort „Ja“.

Das klingt nach einer Traumofferte. Der Firmensitz von SALT. in Kalifornien bedeutet noch dazu traumhaftes Wetter – beeinflusst das die Firmenphilosophie?
Klar, sonniges Wetter kann natürlich nie schaden. Es bringt einen auf jeden Fall öfter in die freie Natur als anderswo auf der Welt.

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Wirken sich dermaßen viele Outdoor-Optionen nicht negativ auf die Arbeitsleistung aus?
Nein. Unser Team ist eine einmalige Mischung; uns alle verbindet eine große Verbundenheit zur Firma, eine gute Arbeitseinstellung und gegenseitiger Respekt – und all das in einem Umfeld mit vielseitigen Perspektiven. Jeder von uns gibt alles dafür, die Marke zum Erfolg zu führen. Und dafür ist jeder Einzelne bereit, sich besonders anzustrengen und alles zu geben.

Den Eindruck hatten wir auch bei Gesprächen mit anderen SALT. Mitarbeitern. Woher kommt diese überdurchschnittliche Motivation?
SALT. ist eine vergleichsweise kleine Firma, wodurch die Beziehungen mit und zwischen den Angestellten etwas tiefer gehen. Jeder von uns erfüllt eine Vielzahl von Aufgaben, was ebenfalls eine persönlichere Atmosphäre entstehen lässt. Die Leute fühlen sich persönlich für den Erfolg von SALT. verantwortlich und so entsteht ein positives individuelles Verhältnis. Die Leute sind einfach mit Spaß bei der Sache.

Arbeitest Du als Teil eines Design-Teams oder bist Du der einzige Designer?
Ich bin der einzige Designer bei SALT. Mir macht die Zusammenarbeit mit anderen Kreativen jedoch viel Spaß, etwa wie bei unserer Aviator-Collabo AETHER APPAREL. AETHER ist eine kalifornische Marke für technisch hochwertige Bekleidung. Das Ergebnis der Kooperation war eine technisch hochwertige Brille mit zeitlosem Stil. Unser nächstes Collabo-Projekt realisieren wir mit BRIEFING LUGGAGE. Noch dieses Jahr werden wir gemeinsam eine Brille mit besonderem Etui lancieren.

Kommen wir zu Deinem persönlichen Ansatz. Du bist ein Autodidakt und arbeitest im Alleingang als Designer – ist Deine Vorgehensweise dadurch besonders?
Ich glaube schon, aber andererseits kenne ich den Designprozess der anderen nicht besonders gut. Da fällt mir eine Aussage eher schwer.

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Aber Du kannst Dir bestimmt Unterschiede vorstellen?
Einen Großteil meiner Kenntnisse habe ich mir visuell und aus persönlicher Erfahrung angeeignet. Dabei hole ich mir jede Menge Inspiration von Ausflügen in die Natur, etwa am Strand, in den Bergen oder der Wüste. Für mich entsteht die reinste Form von Design aus Formen und Farben, die uns die Natur vorgibt. Ich liebe es, auf meinen Streifzügen Ideen zu sammeln, die dann in meine Designs einfließen. Schwer zu sagen, ob sich das von anderen Designern unterscheidet, aber das ist mein Ansatz.

Inspiration aus der Natur… Wie genau spiegelt sich das in Euren Brillen wider?
Man sollte das nicht zu wörtlich interpretieren und an die direkte Übernahme von Formen aus der Natur denken. Es geht eher um Aspekte wie das Zusammenspiel bestimmter Farben in der Natur. Das sind Sachen, die meine Entscheidungsfindung im Design beeinflussen.

Also liegt die Inspiration vor allem im Bereich der Farben?
Es geht nicht immer nur um Farben. Zum Beispiel hat mich ein perfekt ausbalancierter Wassertropfen auf einem Grashalm dazu inspiriert, die aktuellen Bügelenden aus Beta-Titan zu designen. Ein anderes Mal hatte ich ein spezielles Bügelscharnier nach Vorbild einer Mondsichel entworfen.

Wo Du gerade Beta-Titan erwähnst, wie sieht es in der Wahl der Materialen aus? Kommt da auch Dein natürliches Umfeld ins Spiel?
Vielleicht eher indirekt. Wir sind alle sehr gern in freier Natur aktiv und verwenden daher auch gern leistungsstarke, leichte Materialien wie Titan und Beta-Titan. Im Endeffekt sind die Brillen dadurch leichter, robuster und bequemer.

Was ist an Euren Materialien speziell? Sind Materialien inzwischen nicht weitgehend standardisiert?
Sicher hat in der Materialauswahl bereits eine gewisse Standardisierung stattgefunden. Aber in der Anwendung liegt noch kreativer Spielraum. Es ist wie ein riesiger Salat – die Salatblätter sind der Standard wie Azetat oder Titan, aber die Kombination dessen, was sonst noch in den Salat kommt, bringt eine persönliche Note, etwa durch Farbgebung, Konturen und Veredlung.

Wo findest Du die besten Ideen für Deine kreativen Rezepte? In den Bergen oder am Strand?
Keiner dieser Orte ist wichtiger als der andere. Sie sind alle gleich wertvoll für mich.

Aber Du hast doch bestimmt Lieblingsplätze… Wie lautet die TOP 5 Deiner inspirativen Orte / Aktivitäten?
Da ist das Wildwasser-Rafting auf dem Rogue River in Oregon, Snowboarden in Utah, Laufen in den Hügeln von El Moro (Kalifornien), Camping in den Sierra Mountains sowie überall auf der Welt beim Surfen.

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Prägt Deine Naturverbundenheit auch die Markenkommunikation?
Unsere Naturverbundenheit spielt in der Kommunikation ebenfalls eine bedeutende Rolle. Wir zeigen Brillen zusammen mit Naturaufnahmen oder Bildern von Ausflügen in die Natur mit Freunden. In den meisten Kollagen kommen Bilder mit vier Aspekten zum Einsatz: Sea, Air, Land und Timelessness – die Bestandteile des Firmennamens SALT.

Hinter der Abkürzung SALT. steht also auch die Markenphilosophie? Damit unterscheidet sich SALT. sicher auch von typischen Fashion-Marken?
Naja, ich habe mich schon immer bemüht, modisch aufzutreten – nur eben nicht auf protzige Art. Ich möchte einmalig sein und originell, mit einem coolen individuellen Style auftreten. Für meinen Geschmack wirkten die größeren High-End-Fashion-Marken schon immer etwas zu ausgefallen und kostümiert.

Wie positioniert Ihr Euch im Vergleich zu High-End-Fashionmarken?
Luxusmarken verfolgen vom Ansatz her eine andere Philosophie, etwa in ihrer Art mit Models zu arbeiten. SALT. will als Marke erstrebenswert sein, aber gleichzeitig erreichbar und zugänglich.

Seid Ihr damit in der Brillenbranche alleine oder gibt es ähnlich positionierte Marken?
Ich glaube nicht, dass es in der Brillenbranche eine zu SALT. vergleichbare Marke gibt. Ich finde auch, dass jede Marke ihre eigene Position hat. Meistens hängt es von den Leuten ab, die das Markenerlebnis erschaffen und wie sie mit ihrer bestimmten Kultur und Umwelt in Verbindung stehen. Bei SALT. konzentrieren wir uns auf einfache aber bedeutsame Aspekte wie Natur oder Reisen, die uns zur Entwicklung unserer kreativen Produkte animieren.

Was sollten unsere Leser noch über Brillen von SALT. wissen?
Für uns steht die Passform stets an erster Stelle, darauf lege ich persönlich großen Wert. Sobald wir diese Aufgabe im Design gelöst haben, kommt im nächsten Schritt die Auswahl des Materials und die Konturierung. Aber für mich beginnt das Design immer mit der Passform.

Was sind die wichtigsten technischen Eigenschaften von SALT. Brillen?
Wir setzen auf Polarisierung. Die Gläser jeder SALT. Sonnenbrille sind zu 100% polarisiert. Wir sind meines Wissens die einzige Marke in unserer Kategorie, die das behaupten kann. Weiterhin setzen wir bei unseren SALT. Pilotenbrillen standardmäßig Titan und Beta-Titan ein. Und da es sich dabei um klassische und robuste Materialien handelt, verarbeiten wir sie auch regelmäßig in unseren Korrektionsbrillen.

SALT
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Welches ist Dein Lieblingsmodell?
Für mich das Modell »Kramer«. Eine gute Mischung aus Vintage und Moderne mit einer lockeren Prise Americana.

Und welches Modell verkauft sich am besten?
Bei den Korrektionsbrillen die »Zissou«, bei den Sonnenbrillen die »Taft«.

Wodurch erklärst Du Dir ihre Beliebtheit?
Ich denke die »Zissou« hat einen smarten und professionellen Look, der immer gefragt sein wird. Und die »Taft« ist eine Neuinterpretation einer Vintage-Brille durch Einsatz von Titan und Beta-Titan als Materialien.

Wie unterscheiden sich SALT. Kunden von anderen Konsumenten?
Ich glaube den Kunden gefällt unsere lockere Einstellung. Sie wünschen sich lang anhaltende Qualität mit Stil und Funktion, gepaart mit nützlichen Technologien.

Legt Ihr Wert darauf, dass sich Eure Kunden für die Umwelt einsetzen?
Nein, man muss keinerlei Vorbedingungen erfüllen, um unsere Brillen zu tragen.

Kommen wir zu Deiner neusten Kollektion. Wie lautet diesmal das Leitthema?
Ich würde sagen Minimalismus und Nutzwert in Kombination mit kontrastreichen Strukturen und Farben.

Was ist anders im Vergleich zu vorherigen Kollektionen?
Diesmal setzen wir deutlich mehr Material-Kombinationen ein.

Uns ist aufgefallen, dass einige Modellnamen von Charakteren aus dem Film „Die unglaubliche Reise in einem verrückten Flugzeug“ inspiriert wurden. Etwas überraschend angesichts Eurer naturverbundenen Wurzeln?
Wir haben einfach gerne unseren Spaß bei der Namensgebung der Brillen. Und das verrückte Flugzeug steht ja auch im Bezug zu einem Grundelement unserer Marke, nämlich „AIR“. Ein weiteres Beispiel wäre der Film „Die Tiefseetaucher“, der ja vor allem auf dem Meer spielt. Auf irgendeine Weise gelingt uns immer der Bezug zu den SALT. Grundwerten Sea, Air, Land & Timelessness.

Ein gutes Schlusswort. Letze Frage: Wohin geht die nächste Reise?
Island!

Gute Wahl! Wir sehen uns dort! 

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