Adrian Marwitz Since 1919

Indepted to the past

Marwitz ist ein großer Name in der Geschichte der deutschen Brillenmanufaktur. Was vor fast 100 Jahren begann, wird vom jüngsten Spross der Familie in dritter Generation fortgeführt. Wobei – „fortgeführt“ ist nicht ganz korrekt, denn Adrian Marwitz hat vor vier Jahren ganz bewusst sein eigenes Label gegründet. Der Name der Marke: ADRIAN MARWITZ. Trotz seiner gewollten und auch gelebten Eigenständigkeit ist Adrian stolz auf die Familientradition und launcht mit Marwitz Since 1919 eine Kollektion, die an die Anfänge der Familienhistorie erinnert. Der Wahl-Münchner erklärt uns seine Motivation zu diesem Schritt und zeigt auf, was wir von den neuen Kollektionsmodellen erwarten dürfen.

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Adrian, in wievielter Generation werden Brillen unter dem Namen Marwitz hergestellt?

Opa, Papa, jetzt ich. Also in der dritten Generation.

Dieser Tradition wirst Du mit einer Kollektion gerecht, die den Namen Marwitz Since 1919 trägt. Worum geht es dabei?

Ich möchte daran erinnern, wie lange unsere Familie bereits Brillen herstellt. Dass mein Großvater damit vor fast 100 Jahren begann und wir uns nie davon lösen konnten. Brillen sind unser Leben und machen einfach Spaß!

Wie lange hat Dein Großvater denn Brillen hergestellt?

Er gründete 1919 gemeinsam mit einem Partner die Firma „Marwitz & Hauser“ in Aalen bei Stuttgart.

Wie ging es dann weiter?

Über Umwege gelangte das Unternehmen in den 60er Jahren in den Besitz der Firma Carl Zeiss. Mein Großvater arbeitete aber sein ganzes Leben für die Firma.

Liegen die Rechte immer noch bei der Firma Zeiss?

Nein, sie liegen jetzt bei mir. Zeiss hat mir netterweise die übrig gebliebenen Rechte im letzten Jahr übertragen. Das Registrierungsdatum dieser Marke stammt vom 21.09.1955 – ziemlich abgefahren.

Wie ging es danach denn weiter? Hat Dein Vater eine neue Firma gegründet?

Mein Vater gründete Conquistador, Marwitz Berlin in den 70er Jahren. Die Firma ist bis heute erfolgreich. Da wir uns in unserer Familie alle selbst verwirklichen wollen, habe auch ich dann meine eigene Firma gegründet. So schließt sich der Kreis.

Dass Du unter dem Namen ADRIAN MARWITZ Dein eigenes Label gegründet hast, ist nun vier Jahre her. War für Dich von Anfang an klar, dass Du dabei mit dem Familiennamen arbeiten möchtest?

Für mich war von Anfang klar, dass ich meinen Namen benutzen möchte. Es ging mir darum, selbst zu gestalten und zu zeigen, dass ich voll und ganz hinter dem stehe, was ich mache und kreiere. Meinen eigenen Namen für die Marke zu benutzen, unterstreicht dies und zeigt das nach außen hin. Dabei ging es nicht vordergründig um den Namen Marwitz, sondern eben um Adrian Marwitz.

Entsteht für Dich aus dem Namen eine besondere Verpflichtung, die über den eigenen persönlichen Anspruch hinausgeht?

Ich denke, dass mein persönlicher Anspruch ganz gut mit der traditionellen Verpflichtung, die aus meinem Namen steht, in Einklang steht. Unsere Brillen sind grundsätzlich „Made in Germany“ – von daher sind wir qualitativ außerordentlich gut aufgestellt!

Wie viele Modelle umfasst die neue Kollektion Marwitz Since 1919?

Wir starten mit drei Korrektionsfassungen und drei Sonnenbrillen. Die Kollektion ist klein aber fein, soll in diesen Dimensionen dann dauerhaft so weitergeführt werden.

Inwiefern hast du Dich bei den neuen Styles an Modellen aus historischen Kollektionen orientiert?

Sehr, so z. B. an der Conforta Kollektion aus dem Jahre 1940. Damals trug man schon einen sehr dünnen Metalldraht, der ja heute wieder absolut aktuell ist. Da sieht man, dass alles wieder kommt. Außerdem benutzen wir für die Sonnenbrillen Gläser von Zeiss.

Du verarbeitest sonst ja ausschließlich Titan, einen Werkstoff, der Anfang des letzten Jahrhunderts noch nicht benutzt wurde. Welches Material dürfen wir bei den neuen Brillen erwarten?

Wir arbeiten mit den klassischen Materialien Neusilber und Monel, wie sie auch schon früher benutzt wurden. Allerdings benutzen wir für unsere Pads Titan. Somit haben wir wieder ein Link zur modernen Zeit und zur Hauskollektion. Für die Bügelenden nehmen wir Azetat. Wir benutzen fast die gleiche Beschichtungsart wie bei unseren Titanbrillen, somit können wir sicherstellen, dass diese Kollektion auch für Nickelallergiker tragbar ist.

Erschließt du Dir mit dem neuen Material auch eine neue Zielgruppe?

Wir sind durch die Materialien natürlich um einiges günstiger als bei den Titanbrillen. Somit ist die potentielle Zielgruppe auch größer. Ansonsten ist die Zielgruppensprache sehr ähnlich und wir möchten natürlich auch weiterhin, dass nur individuelle Optikerboutiquen unsere Brillen führen.

 Werden die Modelle mit dem Kollektionsnamen markiert?

Ja. Im Bügel wird stehen „Marwitz since 1919 by Adrian Marwitz“. Wir benutzen hierbei das Originallogo der alten Marwitz Kollektion.

Wirst Du auch in Zukunft in Deiner normalen Kollektion mit dem neuen Material arbeiten?

ADRIAN MARWITZ wird Titan bleiben, so sieht es jedenfalls gegenwärtig aus. Mal schauen, was in fünf Jahren ist.

Adrian, jetzt mal ganz ehrlich. Du launchst in 2017 eine Kollektion als Reminiszenz an die erste Marwitz Kollektion aus dem Jahre 1919. Warst Du zu ungeduldig, um noch zwei Jahre zu warten?

So sind es 98 Jahre. Ist doch auch schön!

Was machst Du dann übernächstes Jahr zum 100-jährigen?

Ich möchte hier keine Erwartungen schüren, aber es wird eine absolute Sensationsparty mit ganz viel Konfetti, Champagner und entfesselten Wildecker Herzbuben geben! Des wird a Spaß!

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Mehr Infos: www.adrianmarwitz.com

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