Jérémy Miklitarian: Parisian Neo Avantgarde

Die Adresse „12, rue Dupetit-Thouars“ im 3. Arrondissement in Paris ist eine ganz Besondere. Wo sich vor 100 Jahren noch Pferdestallungen befanden, schmiegen sich heute um den historischen Innenhof herum Künstlerateliers. In Nummer 6 trifft man auf ein besonders geschmackvoll eingerichtetes Exemplar – hier residiert die Marke Tarian samt Inhaber Jérémy Miklitarian.
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Das puristische Interieur wird beschallt mit dezenter Jazz Musik, die Brillen sind wie Exponate liebevoll auf dem USM Regal platziert, die massive Steinwand in Handarbeit mühevoll freigelegt. Aus dem Showroom im Erdgeschoss gelangt man über eine schmale Treppe in den ersten Stock, wo sich der Arbeitsplatz von Jérémy befindet. Hier entsteht das Label Tarian – von der ersten Idee bis zum fertigen Design, lediglich produziert werden die Rahmen aus Azetat und Metall im französischen Jura. Tarian verwendet dabei mitunter auch sehr alte Azetate, die er dort in den Werkstätten der Altmeister aufstöbert.

Tarian kombiniert Handwerkskunst mit modernstem Produktions-Know-how. Das Ergebnis sind Modelle mit einer avantgardistischen Anmutung und einer ganz eigenen Formsprache. Dem jungen Designer gelingt es, Brillen mit besonderer Dreidimensionalität zu kreieren. Auch vor dem Thema „Asymmetrie“ macht Tarian nicht halt, ohne dass die Modelle dadurch ins Absurde abschweifen – so sind z. B. Bügel mitunter unterschiedlich stark.

Jérémy ist eine wahre One-Man-Show. Alles, was mit Design und Kommunikation zu tun hat, liegt in seiner Hand. Da wundert es nicht, dass Tarian so stringent daherkommt. Dennoch möchte der Franzose weiter sein Profil schärfen. Sein Ziel ist ein identitätsstiftendes Design, welches die Brillen auf der Straße sofort erkennbar macht. Gerade weil sich auf dem Markt so viele Labels tummeln, sind für ihn klare, wiedererkennbare Designelemente besonders wichtig. Unter dem Label „Tarian +“ lanciert der Designer Kollaborationen mit Künstlern wie z. B. Judith Sönnecken aus Berlin. Deren Mirror Shape Modell heißt nicht umsonst 360°. Die Gläser sind von innen am äußeren Rand mit spiegelnder Folie überzogen, was den gewünschten Rundumblick ermöglicht. Und damit neben seiner eigentlichen Arbeit keine Langeweile aufkommt, hat Jérémy einen Lehrauftrag an der HEAD in Genf angenommen, wo er angehende Brillendesigner ausbildet.

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Tarian Brillen tragen einen Hauch von Pariser Extravaganz in sich – das spiegelt sich auch darin wider, dass jede Modell-Farb-Kombination auf 500 Exemplare limitiert ist. Auf die Frage hin, was er tun wird, wenn die Nachfrage die besagten 500 Modelle überschritten hat, antwortet er nonchalant: „I’ll be super happy“.

Jérémy Miklitarian ist ein Start-up Entrepreneur, wie er im Buche steht – gerade mal 27 Jahre alt, blickt sein Label „Tarian“ bereits auf eine vier-jährige Geschichte zurück. Bevor er 2010 seine Firma gründete – zunächst noch unter dem Markennamen „Jérémy Tarian“, studierte er Wirtschaft, u. a. auch in Deutschland und absolvierte ein zweijähriges Praktikum bei ic! Berlin, in dem er bereits eigene Brillen designte. In einem besonders luziden Moment glückte ihm sogar ein Design, welches eine renommierte Jury in Paris schließlich mit dem Silmo d’Or auszeichnete.

Jérémy ist eine wahre One-Man-Show. Alles, was mit Design und Kommunikation zu tun hat, liegt in seiner Hand. Da wundert es auch nicht, dass die Marke Tarian so stringent daherkommt. Wer jetzt denkt, Papa spinnt im Hintergrund die Fäden, der täuscht sich. Jérémy und auch seinem Vater ist eine authentische und ganz eigene Handschrift sehr wichtig. Bestimmt hat der Tarian viel von dem Mikli gelernt, aber Tarian ist allein Jérémys Baby.

TARIAN PRODUCT GUIDE
Jérémy’s guide for the development of a distinctive eyewear brand

• Be authentic and distinctive
• Limit your collection to 500 pieces per style & colour
• Play with asymmetrical and three-dimensional shapes
• Dispense with completely black frames
• Don’t run a style / colour for more than two years
• Release three new collections every year
• Name your glasses after streets and places in the 3rd arrondissement of Paris
• Collaborate with artists

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