Exklusives Interview // AHLEM MANAI-PLATT

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AHLEM ist eine Luxus-Brillenmarke, die von der in Paris geborenen und in LA ansässigen Designerin Ahlem Manai-Platt gegründet wurde. Sie hat für ihr Talent als Brillendesignerin den CFDA/Vogue Fashion Fund Award 2017 gewonnen. Ihre Frames werden in Los Angeles entworfen und in Frankreich handgefertigt. Die Brand setzt auf ihre Handwerkskunst, jede Fassung entspricht genau diesem Standard.

Über die Brand

Hallo Ahlem, schön, dass du Dir die Zeit für unser SPECTR-Interview genommen hast. Beschreibe AHLEM Eyewear in einem Satz.

AHLEM steht allem voran für Handwerkskunst.

Du bist in Paris aufgewachsen, lebst und arbeitest aber derzeit in Los Angeles. Ist AHLEM jetzt eher typisch Französisch oder typisch West Coast?

Ich war schon immer eine Französin, aber das Leben in der ruhigen Natur der Westküste haben mich als Mensch und Designerin definitiv beeinflusst.

Ein kleiner Rückblick: Wann hast Du Deine erste Brillenkollektion herausgebracht?

Im Jahr 2014, nachdem ich Mazzucchelli-Acetate und bestimmte Farbpaletten ausgewählt hatte, sah ich endlich, wie meine Kreationen anhand von verschiedenen Prototypen aus der Fabrik in Frankreich langsam zum Leben erweckt wurden. Was dabei herauskam, waren neun handgefertigte Brillenfassungen in coolen, schicken Formen, die alle in italienischem Mazzucchelli-Acetat hergestellt wurden.

Wie bist Du überhaupt zum Brillendesign gekommen? Was hast Du in Deinem früheren Arbeitsleben gemacht?

Vor der Gründung von AHLEM habe ich fast zehn Jahre in der Modebranche gearbeitet. Zuerst war ich als Einkäuferin für Acne und Miu Miu in Frankreich tätig. Dann habe ich meine eigene Beratungsfirma gegründet, die aufstrebenden französischen Designern Unterstützung in den Bereichen Marketing und Branding bietet. Außerdem war ich in beratender Funktion für die Fédération Française du Prêt-à-Porter tätig.

Danach war es nur noch eine Frage des Timings. Ich sammelte bereits mit 5 Jahren Brillen, das hat mich also schon immer begleitet hat. Es kam mir nie in den Sinn, dass ich etwas damit anfangen könnte, bis zu einem aufmunternden Kaffeeklatsch mit Freunden. Wir diskutierten über Ziele, und ich zeigte der Gruppe eine Skizze aus meinem Notizbuch. Die entgegengebrachte Begeisterung machte mir Mut; der Verlust einer meiner geliebten Sonnenbrillen kurz danach gab mir den letzten Anstoß. Und so wurde die Marke geboren.

Inwieweit dient Deine Modeerfahrung den Brillendesigns?

Mit meiner 10-jährigen Erfahrung in der Modebranche, befinde ich mich immer noch am Puls der Zeit.

Bitte erkläre uns, wie wir uns den Designprozess bei der Erstellung einer Kollektion vorstellen können? Woher holst Du Dir die Inspiration und was passiert als Nächstes?

Wir bieten Frames in kleinen Serien an, und ich halte mich nicht an Jahreszeiten. Meistens ist es die Inspiration, die mich findet, und das kann jederzeit passieren. Manchmal inspiriert mich die Architektur, oder ich denke an einen Künstler, den ich mag.

Präzision und Exzellenz spielen für Dich eine große Rolle. Wie kannst Du sicherstellen, dass sich diese in Deinen Produkten widerspiegeln?

Wenn es um Brillen geht, sind nicht alle Fassungen gleich. AHLEM ist in erster Linie der handwerklichen Qualität verpflichtet. Das bedeutet, dass man auf das Einfache zugunsten des Exzellenten verzichtet. Für jede Brille wird größter Respekt vor der handwerklichen Kompetenz gezeigt. Während der gesamten Produktion wandert die Brille durch drei spezialisierte Ateliers und in die Hände von neun erfahrenen Handwerkern – jeder übt ein bestimmtes, von Generation zu Generation weitergegebenes Handwerk aus.

Mein Ziel ist es, die menschliche Hand in jeder Phase des Prozesses in den Mittelpunkt zu stellen. Jedes Atelier, jeder Handwerker, mit dem wir arbeiten, steckt Herz und Seele in jede Brille – und das bis ins kleinste Detail. Wir arbeiten mit Familienunternehmen zusammen, die ihre jeweiligen Kompetenzen von Generation zu Generation weitergegeben haben. Wir feiern die Unvollkommenheiten und Unregelmäßigkeiten, die von den rohen Schnitten des einzigartigen Mazzucchelli-Acetats herrühren. Und vor allem stehen wir hinter jeder Brille und den Handwerkern, die sie herstellen.

Was möchtet Ihr mit Euren Brille ausdrücken und wo ist Eure Zielgruppe angesiedelt?

Wir legen wirklich sehr viel Wert auf jedes Detail und jede Komponente unserer Brillen. Qualität ist nichts Subjektives. Ich denke, das ist unser Hauptmerkmal. Wir sind der Zeitlosigkeit und Qualität verpflichtet, bis hin zu jedem mikroskopischen Detail. Unsere Kollektion reflektiert eine Designphilosophie, bei der es um die Beziehung zwischen Schlichtheit, Schönheit und Funktionalität geht. Wir fühlen uns keinen Trends oder saisonalen Einschränkungen gebunden.

Unsere Frames sind für alle Gesichtsformen – Männer und Frauen – geeignet. Klassische Rahmenformen erfreuen sich einer zeitlosen Sensibilität, während markante Designdetails stilvoll nach vorne schauen. Das Ergebnis ist eine Brillenkollektion, die Eleganz und Spitzenqualität ausstrahlt – für jeden Tag, für jede Gelegenheit und für jeden Träger.

Du sagtest vorhin, Architektur spielt eine große Rolle in Sachen Inspiration, inwiefern?

Ich finde überall Inspiration: in meinem Alltag, in den pulsierenden Kulturen von Paris und Venice Beach und in den Werken meiner Lieblingskünstler und -architekten. Ich fühle mich von der Schönheit angezogen, die zwischen Funktionalität und Design entsteht, daher ist natürlich die Bauhaus-Bewegung des frühen 20. Jahrhunderts für mich besonders wichtig. Meine Designs spiegeln die Begeisterung des Bauhaus für Handwerk, Funktionalität und Schlichtheit wider.

Du hast zwei eigene Stores, wie kam es dazu?

In den Stores können wir unsere DNA vollständig ausdrücken und präsentieren (Design, Duft, Möbel). In unseren beiden Läden erschaffen wir so gerne eine bestimmte Atmosphäre und stellen von mir gesammelte und kuratierte Objekte aus.

Deine Designs sind manchmal sehr aufwendig und detailreich. Warum ist das für Dich so wichtig?

Die Details sind bereits in meinem Kopf, das Design folgt von Natur aus den Details.

Über die neue Kollektion

Lass uns über die neue Kollektion sprechen. Gab es dafür ein bestimmtes Thema?

Unsere Kollektion spiegelt unsere Designphilosophie wider und dreht sich um die Beziehung zwischen Schlichtheit, Schönheit und Funktionalität. Wir fühlen uns keinen Trends oder saisonalen Einschränkungen gebunden. Es gibt keine bestimmten Themen, ich designe, sobald mich etwas dazu inspiriert.

Gibt es grundlegende Änderungen an den bestehenden Kollektionen, eine allgemeine Entwicklung der Marke AHLEM?

Das Scharnier ist neu, es besteht aus 5 Zylinder und einer Gewindesicherungstechnik. Der in das Acetat eingelegte Teil ist breiter als der Standard und ist stärker gewölbt, das nimmt etwas mehr Platz ein, sitzt tiefer und verspricht einen besseren Halt des Acetats.

Mit welchen Materialien arbeitest Du am liebsten?

Acetat und Metall sind meine Lieblingsmaterialien.

In der neuen Kollektion arbeitet Ihr zum ersten Mal mit der Hammertechnik. Erzähle uns doch bitte, was dahintersteckt.

Alle fünf neuen Korrektur-Metallmodelle sind mit einer neuen Technik namens Martelé ausgestattet, was übersetzt „gehämmert“ bedeutet. Jeder Rahmen wird von Hand gehämmert, was ihn definitiv einzigartig macht. Im Gegensatz zu den Bauhaus-Frames oder den Diamantbügeln folgt die Technik nicht einem bestimmten Muster.

Stellt diese Technik nicht eine besonders große Herausforderung für das Team dar?

Ja, das Handling ist präzise und erfordert eine ruhige Hand. Diese komplexe und zeitaufwendige Goldschmiedetechnik stammt aus dem Mittelalter und kann nur von erfahrenen Mitarbeitern ausgeführt werden.

Einige Modelle sind mit sogenannten Bauhaus-Stichen verziert. Was ist daran so besonders?

Die Linienführung und die Bewegung.

Über den Film

In der Vergangenheit hast Due hauptsächlich mit Standfotografie gearbeitet. Jetzt hast Du zum ersten Mal einen Film gemacht. Warum?
Wir wollten schon lange einen Film machen, und ich habe endlich das richtige Team gefunden, um meine Geschichte zum Leben zu erwecken. Ich glaube, es war der richtige Moment und der richtige Ort, in Zusammenhang mit unserem 5-jährigen Jubiläum.

Würdest Du rückblickend sagen, dass eine enge Beziehung mit dem Regisseur gut für das Ergebnis des Projekts war?
Es war großartig, Bo Platt ist ein erstaunlicher Regisseur. Ich bin so froh, dass wir kreativ zusammenarbeiten konnten.

Der Film erscheint in Schwarz-Weiß. Warum?
Ich drehe immer in diesem Format, also so wie meine Lieblingsfotografen und -regisseure in diesem Medium drehen.

Du arbeitest sehr viel mit Licht und Schatten. Gibt es einen direkten Bezug zur „Brille“?
Licht und Schatten hat sehr viel mit Brillengläsern zu tun, von den Augen bis hin zur Fotografie, die ich liebe. Die Brille steht dabei im Mittelpunkt.

Du spielst auch sehr viel mit Schärfe und Unschärfe. Auch diese Verbindung zur Brille ist sicher bewusst gewählt, nicht wahr?

Ja, ist sie. Es ist interessant, mit den Linsen zu spielen. Ich bin sehr wählerisch, was die Linsen angeht, mit denen wir unsere Brille fotografieren.

Worum geht es in dem Film?

Es ist die Geschichte einer klassischen Katz- und Mausjagd zwischen einem Mann und einer Frau.

Wie würdest Du die allgemeine Stimmung des Films beschreiben?
Es geht um die Liebe.

Was kannst Du zum Drehort des Films sagen?
Auf einem der höchsten Gipfel in Malibu entfaltet sich die Geschichte vor dem Hintergrund eines modernen Hauses, das der Architekt Michael Sant einst entwarf.

Was kann ein Film besser machen als die Fotografie?
Beim Film ist es eine dreidimensionale Erfahrung, wir haben einen Soundtrack ausgewählt, um die Emotionen der Geschichte wiederzugeben. Der Film ist ein lebendiger Ausdruck von Kreativität, der Zeit und Raum nutzt.

Hast du schon neue Filmprojekte in Aussicht?
Ja.

Vielen Dank für das Gespräch. Erfahrt mehr über diese besondere Brand hier.

Schaut doch mal, welche Brillen Euch unser virtueller Style Assistent von FAVR empfiehlt!

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