Industrial Poetry // Sun Of KOBERG

KOBERG steht für Klarheit. Für Reduktion. Für eine Formensprache, die nie laut sein muss, um Präsenz zu zeigen.

Mit SUN OF KOBERG verschiebt die westfälische Marke nun bewusst die Tonalität. Die neuen Modelle entstehen aus massivem Block-Titan – markant gefräst, skulptural, beinahe architektonisch. Präzise Fräsungen verleihen den Fronten eine technische Tiefe und lassen eine subtile Referenz an die Steampunk-Ästhetik der 1980er-Jahre erkennen: retrofuturistisch, kraftvoll, selbstbewusst. Hochwertige Divel-Gläser aus Italien filtern das Licht dabei nicht nur – sie choreografieren es.

Trotz der neuen Expressivität bleibt die Kollektion unverkennbar KOBERG. Schlanke, leichte Bügel, feine Acetatenden und der charakteristische farbige Akzent am Scharnier sorgen für die vertraute Balance zwischen technischer Präzision und gestalterischer Zurückhaltung.

Fotograf Oliver Spies übersetzt diese industrielle Ästhetik in eine klare visuelle Sprache. Seine Bildwelt lebt von Licht, Material und Struktur – reduziert, konzentriert, intensiv.

Wir sprechen mit Frank Tente über Mut zur Kante – und darüber, warum Expressivität manchmal die ehrlichste Form von Design ist.

Frank Tente über Mut zur Kante und warum Expressivität manchmal die ehrlichste Form von Design ist.

KOBERG

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Kompakte, elegant gerundete Scheibenform mit einer aufmerksamkeits-starken Brückenkonstruktion – ein Design, das den unverwechselbaren Industrial‑Style der 1980er‑Jahre modern interpretiert.

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Exklusive maskuline Herrenform mit kunstvoll definierter, markant-eleganter Linienführung.

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Diese Sonnenbrille mit elegantem Doppelsteg ist mehr als ein Accessoire. Ihre markante Form umrahmt das Gesicht mit sanfter Stärke und verleiht kleinen Gesichtsformen eine wunderschöne Präsenz.

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Klassische Crown-Panto in heller Farbgebung – ein Statement für einen ausdrucksstarken femininen Look. Die helle Fassung setzt einen eindrucksvollen Kontrast zum dunklen Glas und verleiht dem Modell eine moderne, elegante Präsenz.

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Statementstarke unisex Pilot-Form, die mit ihrer klassischen Formgebung einen authentisch-coolen 90’s Vibe vermittelt.


Frank, KOBERG-Korrektionsbrillen sind eher puristisch. Warum wolltest du bei der SUN OF KOBERG-Kollektion bewusst expressiver werden?

Wir wollten nicht einfach getönte Gläser in die vorhandenen Modelle setzen. Sonnenbrillen sind für viele Trägerinnen und Träger mehr ein Statement, als es bei Korrektionsfassungen der Fall ist. Wer sich bei der Korrektion eher zurückhält, traut sich bei der Sonnenbrille gern schon etwas mehr.

Die markanten Fräsungen erinnern subtil an eine Steampunk-Ästhetik der 80er-Jahre. War diese Referenz von Anfang an Teil deiner Idee?

Subtil trifft es gut! Es soll nur eine kleine Reminiszenz an eine coole Ästhetik sein, die gleichzeitig retro und futuristisch ist. Wir wollten bewusst eine neue Stilrichtung einschlagen und etwas lauter und technischer werden. Es soll keine DIY-Ästhetik sein, wir spielen einfach ein wenig mit den Designelementen.

Wie schafft ihr es, trotz der anderen Designelemente die klare KOBERG-DNA zu bewahren?

Wir fanden, dass unsere leichteren filigranen Bügel genauso gut mit den expressiveren Mittelteilen harmonieren. Breite, kräftige Bügel wären nicht KOBERG.

Welche Rolle spielen Architektur oder Industriedesign in deinem kreativen Prozess?

Tatsächlich spielen sie eine große Rolle. Mich interessieren vor allem klare technische Lösungen. Ich mag es, wenn das Design der Funktion folgt und auch so sichtbar ist.

Ihr habt euch für Block-Titan entschieden. Warum?

Titan ist ein toller Brillenwerkstoff. Leicht, gut verträglich und von der Optik markant und klar. Außerdem „können“ unsere Partner in der Produktion Block-Titan. Und wir wollten zeigen, was für Fräsungen möglich sind. Bei den Korrektionsfassungen nehmen wir meistens nur sehr zurückhaltend an einigen Stellen Material weg.

Was sind die größten technischen Herausforderungen bei massiv gefrästem Titan?

Neben der Härte des Materials vor allem die Farbbeschichtung. Es entstehen viel mehr Kanten durch die dreidimensionalen Fräsungen. Und Farbe mag nun einmal keine Kanten.

Die Front wirkt kraftvoll, die Bügel dagegen bewusst schlank. Wie entwickelt ihr diese Balance?

Effektiv ist der Bügel ja immer noch breiter als der Fassungsrand. Und das Verhältnis von fünf zu drei Millimetern wird ja oft als besonders harmonisch empfunden.

Der farbige Akzent am Scharnier ist ein typisches KOBERG-Detail. Welche Bedeutung hat dieses kleine Element für dich?

Der farbige Akzent ist von Anfang an das besondere Designelement der KOBERGFassungen. Zuerst war das zylindrische, schraubenlose Scharnier farblich abgesetzt und dann haben wir das bei den Titanfassungen auf ein kleines Plättchen am Übergang zwischen Mittelteil und Bügel reduziert. Wir wollen kein Logo auf die Fassungen aufbringen und so ist der farbige Akzent ein schönes Erkennungsmerkmal.

Du setzt auf hochwertige Divel-Gläser aus Italien. Nach welchen Kriterien wählst du deine Partner aus?

In erster Linie müssen unsere Partner unserem Qualitätsanspruch genügen. Aber ebenso wichtig ist es uns, Partner auf „Augenhöhe“ zu finden. Partner, auf die man sich verlassen kann. Partner, mit denen man gerne auf eine längere gemeinsame Reise geht.

Verspiegelung oder Verlauf – was erzählt für dich die spannendere Geschichte?

Verspiegelungen setzen wir bewusst weniger ein. Sie wirken eher distanziert. Ein Verlaufsglas wirkt dagegen offener und interessanter.

Wie wichtig ist dir das Zusammenspiel von Fassungsfarbe und Glasästhetik?

Ich möchte natürlich, dass Fassung und Glas perfekt harmonieren. Nur dann bekommt die Sonnenbrille ihren wertigen Look. Allerdings sind unsere KOBERG-Sonnenbrillen – wie jede Korrektionsfassung – einfach verglasbar. So können nicht nur Gläser mit Korrektion, sondern auch ganz andere Farben oder Oberflächen eingesetzt werden.

Was bedeutet „Made in Germany“ für dich heute – Qualität, Haltung oder beides?

Gute Qualität bekommt man eigentlich fast überall – wenn man dafür bezahlt. Aber für höchste Qualität reicht es nicht, irgendwann eine Endkontrolle zu machen. Wir wollen in den Produktionsprozess eingebunden sein – und das geht mit Partnern vor Ort einfach besser. Made in Germany ist aber kein Dogma, wir suchen nach der besten Qualität und freuen uns, wenn sie aus Deutschland kommt.

Wie viel Handarbeit steckt konkret in einer dieser Sonnenbrillen?

Nach dem Fräsen der Fronten und Bügeln wird viel Handarbeit benötigt. Schon die Backenbiegung des massiven Materials mit den filigranen Kanten erfordert viel Gefühl. Aber auch das Laserschweißen der Scharniere und des Dekorplättchens an der Backe und die Freihand-Lackierungen erfordern viel Geschick und Übung. Die komplette Endmontage findet in unserem Brillenbau in Münster statt.

Für wen hast du diese Kollektion entworfen – wie sehen die typischen KOBERG-Kunden aus?

Der typische Träger ist jemand, der seinen eigenen Stil gefunden hat und keine Bestätigung durch ein Markenlogo benötigt. Er sucht hervorragende Qualität und Langlebigkeit bei Design und Material. Genauso auch die Trägerin.

Ist diese expressivere Linie ein Experiment oder der Beginn einer neuen Designphase?

Woher weißt du das schon? Anja Hungerkamp hat für uns als freie Designerin tatsächlich neue Modelle entworfen, die ein wenig expressiver sind als der bisherige KOBERG-Stil.

Wenn du die Kollektion in drei Worten beschreiben müsstest – welche wären es?

Klar, nachhaltig, hochwertig.

Ganz persönlich: Welches Modell trägst du selbst am liebsten – und warum?

Bei den SUN OF KOBERG bevorzuge ich die große Pilotenform. Ich mag den Stil der 90er. Als Korrektionsbrille habe ich mich jetzt für eine klassische Panto aus Acetat, wie sie gut nach Münster passt, entschieden. Aber die neuen KOBERG-Acetat-Modelle erzählen noch mal eine ganz andere Geschichte.

Vielen Dank.


photography: OLIVER SPIES [Munich]
make-up: LISET GARCIA
hair: DIRK WALTHER BARNET CONCEPT
styling: CHRISTINE BAUMANN
models: ELISABETH, KATHA, VINCENT, ANAIS, FINN, BENJAMIN, JULIEN, KRIS at TIGERS MGMT

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