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Philippe Vergez und seine Musen



JEE VICE – Der Visionär und seine Musen

Eine Sonnenbrille als ultrafeminines Style-Statement, als Unterstreichung der eigenen Schönheit? Glaubt man dem Designer Philippe Vergez, so ist das möglich. Der Jee Vice Gründer entstaubt mit Tiefgang, Weisheit und Leidenschaft den Retro-Look und kreiert gleichzeitig die Styles von Morgen. Nicht ohne Grund bezeichnen viele Vergez als Poeten, Visionären und Frauenversteher.

Die Funktionalität einer Sonnenbrille lässt sich nicht neu erfinden. Richtig. Innovation ist dennoch Philippe Vergez´ Markenzeichen. Immer wieder beschäftigt er sich in seinen Kreationen mit kleinsten Feinheiten und hebt so „Andersartigkeiten“ hervor. Wer Mut hat, wird belohnt. 2003 wird Jee Vice gegründet und bereits kurze Zeit später etabliert sich das Brand auf unzähligen namenhaften Gesichtern. Die Fan-Liste liest sich wie ein hochkarätig besetzter Hollywood-Film. Nicht selten erblickt man Vergez´ Styles auf den Paparazzishots einschlägiger Gazetten. Zur Zeit boomt der Retrotrend der 50er und 60er, aber Philippe wäre nicht der Visonär, für den er weltweit gehandelt wird, hätte er nicht die Kreation von Morgen bereits in seiner Tasche.

Trendgespür und Empathie für die Frau von Heute, das wird ihm nachgesagt. Und Liebe zur Ästhetik und Schönheit. Er ist der Manolo Blahnik der Brillendesigner. Einer, der intensiv Frauen beobachtet, sie studiert und dann eigens für sie kreiert. „Woher diese immense Empathie stammt,” wollten wir wissen: „Ich verehre Frauen für ihre Fähigkeit, über sich hinauszuwachsen und dadurch das Leben lebenswerter zu machen,” antwortet Philippe. „Männer und Frauen denken in der Tat sehr unterschiedlich. Das ist der Grund für sehr viele Missverständnisse. Ich glaube sogar, dass es als Mann eine Ewigkeit, wenn nicht sogar ein ganzes Leben dauert, Frauen zu verstehen. Es ist faszinierend ihren Standpunkt zu erkennen, und zu sehen, wie sie vermögen, so viele Dinge gleichzeitig zu erledigen. Ich bin absolut davon überzeugt, dass Frauen in fast Allem besser sind als Männer (mit der Ausnahme der Ausübung einiger Sportarten oder körperlichen Tätigkeiten – und das lediglich aufgrund morphologischer Unterschiede). Jahrzehntelang haben Männer die Welt regiert, Frauen mussten lernen aufzustehen und ihre Fähigkeiten zu beweisen. Also, mal ehrlich, wo wären wir Männer heute ohne eine Frau an unserer Seite? Ich konzentriere mich aus vielerlei Gründen auf das Design für Frauen. Der Hauptgrund ist die Freiheit, die man bei den Formen und Farben an den Tag legen kann, um aus einer Brille ein echtes Fashionaccessoire zu machen. Ich kann mich künstlerisch austoben – Designs für Männer hingegen sind konservativer. Ein zweiter Grund ist die Ausarbeitung weiblicher Schönheit, die Macht der Verführung, die ihr innewohnt…”


Da ist er also, der vielzitierte Poet. Je mehr man ihn zu dieser Thematik befragt, je mehr man mit ihm hineintaucht in seine Welt der Ästhetik, Sinnlichkeit und Kunst, desto klarer wird seine Faszination, seine Liebe und sein Respekt für das Leben. Ästhetik, so sagt er, sei ein nicht greifbares, also immaterielles Gefühl, ein Zusammenspiel von Linien, Licht, Farben – und einer Seele.

Das ist pathetisch, aber nicht kitschig. Philippe ist das Produkt seiner Erfahrungen und diese sammelte er früh. Bereits mit 19 Jahren schmiss er sein Studium und zog los, um andere Kulturen und Kunstformen zu erleben und zu erforschen. 1992 landete der Freigeist im sonnigen Kalifornien und arbeitete schließlich sehr erfolgreich mit Greg Arnette. Das Sonnenbrillenbrand „Arnette” ist das fruchtbare Ergebnis dieser gemeinsamen kreativen Schaffensphase. Es folgen kreative Stippvisiten bei namenhaften Brands wie Ray-Ban, Quiksilver und Salomon. 2003 verwirklichte Philippe endlich seine ganz eigene Vision: „Ich habe gelernt, unternehmerisch und visionär zu denken. Ich habe gelernt, Innovation und Qualität wertzuschätzen. Wir leben in einer Welt, in der die Konsumenten missbraucht und belogen werden. Ein Brand ist nicht bloß ein funkelnder Name – ein Brand sollte eine Seele besitzen,“ formuliert Vergez seine Motivation. Gleich mehrere Ziele, an deren Umsetzung und Auslebung er kontinuierlich arbeitet. Der Franzose wird nicht müde zu betonen, wie wichtig die Kreativität in seinem Schaffungsprozess ist. Möglich, dass die Frauen, an die er seine Ästhetik adressiert, genau diesen Geist spüren. Möglich, dass die Raffinesse sich im Detail versteckt und doch ein großes Ganzes ergibt, dass anziehend wirkt. Fakt ist, dass Jee Vice bereits seit Jahren auf teuren Nasen des Showbiz prangt. Die Jolies und Hathaways, in und um Malibu, lieben die kurvigen, geschwungenen und femininen Designs von Philippe. Cynthia Nixon und nicht zuletzt Sarah Jessica Parker haben den Jee Vice Styles in dem Kassenschlager „Sex and the City” den Ritterschlag verpasst. Selbstbewusst vorgeführt, sexy ausgeführt, großartig präsentiert. Jee Vice ist Dauerbegleiter erfolgreicher Frauen weltweit. Das ist der fleischgewordene Traum eines Designers, der nur eines im Sinn hat: einen Kniefall vor der Schönheit der Frauen.

Seine Sonnenbrillen versteht Philippe als plastische Kunstwerke. Die ersten Ideen entstehen nicht am Computer, er erstellt zunächst von Hand Prototypen und feilt an ihnen herum, bis sie schlichtweg perfekt sind. Mit dieser Vorgehensweise hat er die Möglichkeit, komfortable Passformen zu kreieren. Vergez hat herausgefunden, dass es sechs Grundtypen gibt, in die sich die Gesichter einer Frau kategorisieren lassen. Und die einzelnen Jee Vice Modelle werden stets auf eines dieser Grundmuster angepasst.

Auch im konkreten Produktionsprozess beweist Monsieur Vergez Individualität. Die Materialüberlegenheit vom handelsüblichen Acetat verneinend, greift Jee Vice auf ein Materialgemisch aus Grillamid 90, Titan, Carbon und einer Prise Geheimzutat zurück. Das Ergebnis nennt sich schlicht und ergreifend JVX 90 und überbezeugt durch Hightech-Qualität, mit einem hohen Maß an Elastizität und Stabilität und einer enormen Widerstandsfähigkeit gegenüber hohen Temperaturen. Jede Fassung wird zudem im Airbrushverfahren handkoloriert – die Inspiration holt der Meister sich (natürlich) in der Kunst, Kultur und Natur. So entstanden in den letzten Jahren Modelle, die er „heated”, „divine”, „passionate”, „evil” oder treffend „diva” nannte. Und tatsächlich, bei genauerer Betrachtung versteht man sowohl Form, als auch die dazu gehörige Namensgebung. Und der gemeinsame Nenner? Die Styles sind allesamt kleine Luxusartikel, die die Femininität unterstreichen. Sie sind mal verspielt, mal aufdringlich, mal zurückhaltend, manches Mal gar wild und laut, oft auch zart und filigran – genau so wie wir Frauen eben…

„Wahre Schönheit berührt dein Herz, in einem ganz speziellen Moment. Wahre Schönheit ist eigentlich ein sehr abstraktes Thema und liegt immer im Auge des Betrachters. Allgemeingültiges gibt es nicht. Schönheit gibt es überall, man muss nur seine Augen und seine Seele öffnen, um von ihr erobert zu werden“, erklärt Philippe und eröffnet damit Einblick in seine Quelle der Inspiration. Weise wirken seine Worte, wohlüberlegt auch seine Kreationen. Gut, ist doch die Welt ohnehin dabei, künstlerisch zu verkümmern, wie er verärgert hinzufügt: „In den letzten Jahren hat der technologische Fortschritt die Erschwinglichkeit von Elektronik zur Folge gehabt. So haben Musik und auch die Fotografie darunter gelitten. Plötzlich hatte jeder Zugang zu Kreativität ohne kreativ zu sein. Es ist schon erschreckend zu sehen, wie sehr unsere Welt mit schlechter Musik und schlechten Fotos zugemüllt wird. Wir leiden an den Folgen mangelnder Kreativität und entwickeln uns künstlerisch zurück. Das macht mich rasend!” Seine logische Konsequenz ist ein Stil, der Trends überdauert, der mehr ist als ein Hype. Antibewegung ist der einzige Garant für das Überleben einer Marke, wie Philippe Vergez weiß: „Auf jede Aktion gibt es eine Reaktion. Dieses Gesetz regiert die Welt. Wenn ein Trend die Massen erreicht, wird es immer eine Gegenbewegung geben. Es wird immer die Menschen geben, die versuchen werden, sich abzuheben, die versuchen werden, sich anders zu kleiden, anders zu sein als der Rest der Welt. Dinge, die heute „in“ sind, werden morgen schon ein alter Hut sein. In der heutigen Zeit wird dieser Prozess sogar noch extrem beschleunigt durch die Medien und das Internet. Je länger also ein Trend von der Industrie ignoriert wird, desto länger wird er überleben und Bestand haben.” Und ja, Jee Vice gehört nicht zu den Chartstürmern im medial viralen Sinne. Das Brand hat sich in der Tat seinen Ruhm erarbeitet. Mit stetiger Qualität, mit einer tiefgreifenden Firmenphilosophie, mit der beständigen Weisheit und Kreativität seines Gründers. Philippe Vergez ist Jee Vice – Jee Vice ist Philippe Vergez.

Text: Agi Habryka

www.jeevice.com

http://pvworkshop.blogspot.com

 

 

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